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Am 12. Mai 2025 verstarb im Alter von 85 Jahren Reinhard Spänle.
Er war langjähriger stellvertretender Schulleiter am Stadtgymnasium Dortmund und dem Verein zur Förderung des Altsprachlichen Unterrichts seit den Anfängen sehr verbunden: So übte er u. a. das Amt des Schatzmeisters aus. Doch nicht nur auf lokaler Ebene, sondern auch im DAV-Landesverband Nordrhein-Westfalen engagierte er sich auf vielfältige Weise für die Alten Sprachen.
Als unermüdlichen Botschafter für den VFAU lernte ich ihn zu Beginn der 1980er Jahre kennen: Damals absolvierte ich nämlich als junge Studentin die schulpraktischen Studien am Stadtgymnasium. Was soll ich sagen? Er überzeugte mich stante pede und ich wurde Mitglied des Vereins.
So wandern heute meine Gedanken zu ihm, den ich gewissermaßen als meinen Nestor in der Vereins- und Verbandsarbeit betrachte. Viele Jahre später konnte ich übrigens von seiner gräzistischen Expertise profitieren, als ich an einem Aufsatz über den Panegyrikos auf die Kaiserin Eusebia arbeitete, und erlebte ihn als äußerst aufgeschlossen für Fragestellungen zur Frauengeschichte der Antike.
Um es mit den Worten des Ambrosius von Mailand zu sagen: Abiit ergo, non obiit (Ep. 51,3 [15]) oder in der freien rheinländischen Version à la Trude Herr: "Niemals geht man so ganz!"
Für den VFAU
Dr. Anja Wieber

Am 31. März 2025 war Prof. Dr. Nicola Hömke von der Universität Rostock nach Dortmund zum VFAU gekommen, um die Gäste des Abendvortrags an die Grenzen des Römischen Imperiums zu entführen.
Materialgrundlage für ihre Forschungen sind die so genannten Vindolanda-Tafeln, dünne Holzblätter, die als Beschreibstoff für Briefe und Listen dienten. Es ging in dem Schriftverkehr um das Alltagsleben römischer Soldaten am Hadrianswall, die über Alltägliches schreiben, wie warme Socken und Unterhosen, aber auch Spezialaufträge in Britannien. Außerdem wird das Fehlen von Bier beklagt. Auch die wahrscheinlich älteste erhaltene Frauenhandschrift, ein Zusatz zu einem diktierten Brief einer Offiziersgattin, war Thema des Vortrags.
Wer noch weiter stöbern möchte, findet dazu in der Literaturliste die passenden Hinweise oder schaut direkt in einen Aufsatz der Referentin.
Wie immer geht der Dank des Vereins an das Stadtarchiv, das mit einem derart commoden Veranstaltungsraum zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen hat.
Dass das Stadtarchiv auch Austragungsort anderer spannender Vorträge, insbesondere des Historischen Vereins für Dortmund (gewissermaßen eine Tremoniensische Schwesterorganisation des VFAU), ist, daran sei hier erinnert!
